Nav Ansichtssuche

Navigation

Ein Verkehrskonzept, das den Namen auch verdient

Die Kieler Woche ist eine der größten Segelregatten weltweit und zugleich das größte Volksfest Nordeuropas. Das Volksfest zieht jedes Jahr Millionen Besucher aus Kiel und dem Umland an. Verstopfte Straßen und überfüllte Busse sind dabei ein großes Problem. Der ADFC Kiel fordert daher seit langem, dass ein umfassendes „Kieler Woche-Verkehrskonzept“ entwickelt und eingeführt wird.

Es geht darum, die Erreichbarkeit der Veranstaltungsorte sicherzustellen, die Besucher sollten also verlockt werden, mit umweltfreundlichen und platzsparenden Verkehrsmitteln anzureisen. Es geht darum, die Lebensqualität der Kieler Woche und der angemessenen Anreise in den Mittelpunkt zu stellen. Und es geht darum, den Stress aus dieser Facette der Kieler Woche zu nehmen.

Es bietet sich dabei an, den Radverkehr zu fördern, zu legalisieren und die freien Kapazitäten in diesem Bereich zu nutzen. Denn anders als beim Autoverkehr und ÖPNV sind beim Radverkehr die vorhandenen Kapazitäten noch nicht ansatzweise ausgeschöpft. Ein Verkehrskonzept, das den Namen auch verdient, würde dazu führen, dass die Straßen nicht mehr mit Autos verstopft sind und dass die Busse ihren Fahrplan einhalten können und nicht mehr überfüllt sind.

Bisher gibt es kein Verkehrskonzept für die Kieler Woche, jedenfalls keines, das den Namen verdient. Statt dessen gab es einfach eine Vielzahl sinnloser Sperrungen. Radverkehr wurde systematisch ausgegrenzt und verboten selbst auf Straßen, die für Kraftfahrer frei waren. So macht man Radverkehr nicht attraktiv. Umgekehrt wurde trotz völlig verstopfter Straßen für noch mehr Autoverkehr geworben: Seht her, es gibt hier kostenfreie Parkplätze!

Die verkehrspolitische Gruppe des ADFC Kiel hat nun ein 18-seitiges Papier vorgelegt, das die größten Ärgernisse und auch Abhilfemöglichkeiten aufzeigt. Die ADFC-Vorschläge unterteilen sich in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Maßnahmen. Die kurzfristigen können ohne Weiteres schon zur kommenden Kieler Woche umgesetzt werden, die übrigen brauchen etwas Vorlaufzeit, vielleicht auch planerische und politische Entscheidungen.

Mit dem Papier ist der ADFC Kiel bei den zuständigen Ämtern und der Politik vorstellig geworden; wir sind auf interessierte Ohren gestoßen. Und endlich bewegt sich etwas! Nachdem jahrelang nur gemauert wurde, ging manches nun sehr schnell. Einige grundlegende Entscheidungen waren schon nach wenigen Tagen gefällt. Wir freuen uns auf eine neue Kieler Woche mit den ersten Erleichterungen für den Radverkehr.

Aber „nach der Kieler Woche ist auch vor der Kieler Woche“. Der ADFC Kiel wird dran bleiben. Zunächst gilt es zu beobachten, was im Sommer 2018 tatsächlich verbessert worden ist. Und dann gilt es, daraus die für die folgenden Jahre nötigen Maßnahmen abzuleiten.

Wer uns unterstützen will, sendet bitte aussagekräftige Fotos von Verkehrslösungen der Kieler Woche 2018: Gutes darf und soll auch gelobt werden, Schlechtes kommt für das nächste Jahr auf die Tagesordnung.

Stefan Kloppenburg
ADFC Kiel

KielerExpress KiWo Ankündigung 13062015

Beispiel: Bericht im Kieler Express mit Alles sagendem, geradezu prototypischem Foto (Ausriss)

 DüsternbrookerWeg Ecke Reventlouallee IMG 0381 kl

Beispiel: VZ 250 „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ im Düsternbrooker Weg, obwohl nur VZ 260 „Verbot für Kraftfahrzeuge“ gemeint ist

 DüsternbrookerWeg IMG 1218 kl

 

Beispiel: VZ 250 „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ im Düsternbrooker Weg, obwohl nur VZ 260 „Verbot für Kraftfahrzeuge“ gemeint ist

 Bahnhofsplatz PlatzderMatrosen IMG 0352 kl

 

Beispiel: VZ 267 „Verbot der Einfahrt“ am Bahnhofsplatz mit allerlei Ausnahmen – nur für Radfahrer nicht

Copyright für alle Bilder: ADFC Kiel