Kiel, den 24.05.2019
Der Mobilitätsrat Kiel begrüßt den Klimanotstandsbeschluss der Kieler Ratsversammlung.
Dabei darf es jedoch nicht bleiben. Es muss dringend gehandelt werden. Verwaltung und
Politik haben es trotz Beteuerungen und Beschlüssen in den letzten Jahrzehnten versäumt, nennenswerte Verbesserungen im Verkehrsbereich für den Klimaschutz zu erzielen. Der Mobilitätsrat erwartet deshalb noch 2019 die Umsetzung konkreter und sichtbarer Maßnahmen seitens der Landeshauptstadt Kiel. Dazu hat der Mobilitätsrat fünf
Forderungen formuliert, die realistisch in diesem Jahr umsetzbar sind.
Weitere konkrete Maßnahmen für den aktiven Klimaschutz im Verkehrssektor wird der
Mobilitätsrat im Laufe der nächsten Wochen veröffentlichen.


- Zur Erhöhung des Radverkehrs bedarf es sicherer Infrastruktur, auf der alle Menschen
gerne fahren wollen und können. Auf vierspurigen Straßen sollen schnellstmöglich
gesicherte Radfahrstreifen (Protected Bike Lanes) durch das Aufstellen von Warnbaken
und Pollern auf jeweils einer Fahrbahn pro Richtung eingerichtet werden.


- Klimaschutz im Verkehrsbereich bedeutet, das Auto stehen zu lassen. Deshalb fordert
der Mobilitätsrat die Landeshauptstadt Kiel auf, mindestens einen Sonntag im Monat
autofrei zu machen. Die Kiellinie als beliebtes Ausfugsziel soll dauerhaft autofrei werden.


- Durch kostenlose (öffentliche) Parkplätze wird die klimaschädliche Mobilität mit dem
Auto gefördert. Deshalb müssen Parkgebühren im gesamten Stadtgebiet in angemessener
Höhe erhoben werden. Darüber hinaus sind in allen Stadtteilen (wettergeschützte)
Abstellanlagen für Fahrräder zu schaffen.


- Wer auf den ÖPNV umsteigen möchte, fndet in Kiel insbesondere in den Abendstunden
und am Wochenende ein lückenhaftes ÖPNV-Angebot vor. Daher bedarf es eines
deutlichen Ausbaus des ÖPNV-Angebotes sowohl werktags als auch insbesondere in den
Abendstunden und an Wochenenden. Für die Fördeschifffahrt bedarf es einer vorzeitigen
Beschaffung der ohnehin geplanten neuen Fördefähren. Hinsichtlich der Tarife erwarten
wir von der Landeshauptstadt Kiel, dass künftig für alle größeren Veranstaltungen Kombi-
Tickets angeboten werden.


- Viel zu häufg werden Fuß- und Radwege in Kiel zugeparkt. Darunter leiden besonders
mobilitätseingeschränkte Personen, Eltern mit Kinderwgen und Radfahrer*innen. Wer sich
klimafreundlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewegt, darf nicht behindert oder gefährdet
werden. Die Verwaltung, besonders der Kommunale Ordnungsdienst, muss falsch
parkende PKW auf Fuß- und Radwegen konsequent abschleppen und umsetzen.

 

Mobilitätsrat Kiel

Der Mobilitätsrat Kiel ist ein Bündnis aus Initiativen und Verbänden, die in Kiel für die
Mobilitätswende und eine lebenswerte Stadt eintreten. Mobilität in Kiel und dem Umland
muss nachhaltig, klimaneutral und sozial gerecht werden, um damit den notwendigen
Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Bei Maßnahmen im Bereich Mobilität müssen immer
Mensch und Umwelt im Vordergrund stehen.
Mitglieder:
AStA der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
ADFC Regionalgruppe Kiel
BUND Kreisgruppe Kiel
Fahrradfreunde Russee-Hammer
Fahrradinitiative Fahr-Rad-Gaarden
Fahrgastverband Pro Bahn
NABU Kiel
Tram für Kiel
VCD Ortsgruppe Kiel
Veloroute kielost